Hier möchten wir Sie über herausragende Ereignisse im Hause Erhardi informieren, damit Sie sich davon überzeugen können: es handelt sich hier um eine lebendige Firma, die stets bemüht ist sich weiter zu entwickeln. Neues kann nur entstehen, wenn Ideen auf einen fruchtbaren Boden fallen. Unsere Mitarbeiter leisten täglich Ihren Beitrag, damit Neues wachsen kann.

Gautschfeier

27.07.2012

Azubis kräftig „gegautscht“.

Maria Ast und Christof Adler ließen die uralte Prozedur gut gelaunt über sich ergehen. Ein Bad im Zuber wusch die Mitarbeiter sündenfrei.

„Packer, packt an!“ Mit dem Spruch wurden die Lehrlinge aus Druckerhandwerk und benachbarten Berufen „gegautscht“. Das Ritual ist alt: Die fertigen Gesellen werden ins Wasser getaucht, meist in einen Waschzuber, kommen zuvor mit einem Wasserschwamm mit dem feuchten Nass in Berührung und werden von Packern drei Mal untergetaucht.

Die Tradition hat sich seit den Zeiten des ersten Buchdrucks von Gutenberg in manchen Betrieben bis in die heutige Zeit erhalten. „Trotz der Industrialisierung halten wir die Fahnen der Tradition noch ein wenig hoch, deshalb diese Feier“, erklärte Günter Marchl, stellv. Geschäftsführer.

Zwei Auszubildende, die Mediengestalterin Maria Ast und der Buchbinder Christof Adler, haben ihre Lehrzeit erfolgreich hinter sich gebracht und treten ins Gesellenleben ein. Adler verlässt den Betrieb; er bildet sich weiter. In der Tracht der Drucker trat der Abteilungsleiter der Mediengestalter, Florian Knörl, vor die Belegschaft und verlas die Regularien. Nur er konnte Maria Ast von ihren „Sünden“, arbeitstechnisch versteht sich, lossprechen. Anschließend wurden die beiden Azubis ausgiebig „gewässert“ und mussten ein Bier bis zur Neige trinken, was angesichts der vorherrschenden Temperaturen von rund 30 Grad niemanden störte. Höchstes die Haare und vielleicht das Make Up waren nach der Prozedur nicht mehr ganz so taufrisch.

Mit dem „Gautschen“ werden die Auszubildenden von ihren Fehlern, die sie in der Ausbildung gemacht hatten „rein gewaschen“. Im ungegautschten Zustand nennt man Azubis „Kornuten“, abgeleitet vom lateinischen „cornus“, das Horn. Die Redensart „sich die Hörner abstoßen“ geht auf diesen Ursprung zurück.